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Betriebspraktikum in Corona-Zeiten

Was soll ich werden? Welcher Beruf passt zu mir? Welche Talente und Fähigkeiten habe ich? Betriebspraktika helfen, sich beruflich zu orientieren und geben die Chance, ins Arbeitsleben hineinzuschnuppern und Ausbildungsberufe kennenzulernen – auch während der Corona-Pandemie. Direkt nach den Osterferien führten die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 der Sekundarschule ein zweiwöchiges Betriebspraktikum durch. Eigentlich hätte das Praktikum schon im Herbst 2020 stattfinden sollen, es wurde jedoch aufgrund der Corona-Situation auf das Frühjahr 2021 verschoben. Durch die anhaltenden Maßnahmen war es für manche Schüler gar nicht so einfach, einen Praktikumsplatz zu finden. Einige Absagen mussten hingenommen werden, Ausdauer und Beharrlichkeit waren gefragt. Mit Unterstützung und Beratung von Eltern, Klassenlehrern und der Berufseinstiegsbegleiterin Frau Herrmann bekam letztlich jeder Schüler des 9. Jahrgangs einen Praktikumsplatz. Die Jugendlichen konnten so jeden Tag den Fachkräften in ihrem Betrieb über die Schultern schauen und berufliche Erfahrungen sammeln, abseits von Distanzlernen und Wechselunterricht. So erfuhren die Mädchen und Jungen beispielsweise wie man Autoreifen wechselt, Blumensträuße bindet, Stromkabel verlegt, Kinder oder Senioren betreut. Im Fach Arbeitslehre Wirtschaft wurde das Betriebspraktikum durch die Klassenlehrer vorbereitet. Sie begleiteten ihre Schülerinnen und Schüler und führten in der Regel Praktikumsbesuche vor Ort durch. Selbstverständlich galten während des Praktikums die üblichen Schutz- und Hygienemaßnahmen, die den Schülern aus dem Schulbetrieb bekannt waren.

In einigen Berufsfeldern war die Durchführung eines Praktikums aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht möglich, doch genau das hat auch Vorteile. Warum nicht mal was Neues wagen? Viele Alternativen, die zunächst gar nicht in Erwägung gezogen wurden, gaben den Mädchen und Jungen neue Perspektiven. „Eigentlich hat mich das hier gar nicht so interessiert, aber jetzt gefällt es mir richtig gut“, reflektiert eine Schülerin im Bereich Floristik. Außerdem bietet der Kreis Höxter eine Vielzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die häufiger weiterhin am Firmenstandort und nicht im Home-Office arbeiten, sodass auch dort Praktika in einem persönlichen Umfeld möglich waren.

Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche stehen während der Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen. Dabei bleiben Praktika ein zentraler Baustein. Viele Ausbildungsbetriebe suchen auch aktuell weiterhin Fachkräftenachwuchs. Umso wichtiger ist gerade jetzt die Berufsorientierung an den Schulen. Während des Praktikums knüpften einige Jugendliche bereits erste Kontakte mit einem möglichen Ausbildungsbetrieb. Ein großer Dank gilt allen Betrieben, die unseren Schülerinnen und Schülern in dieser ungewissen Zeit ein Betriebspraktikum ermöglichten. Für die Mädchen und Jungen war es ein wichtiger Schritt in Richtung Berufsleben.

Kleine Dichter und Denker

Dass in vielen Schülerinnen und Schülern heimliche Talente schlummern, zeigte die Klasse 5b im Deutschunterricht mit Frau Hoffmann. Mit Kreativität und Einfallsreichtum formulierten die Mädchen und Jungen ihre Gedanken zur aktuellen Situation in Form verschiedener lyrischer Texte. Zuvor wurden im Distanzlernen und Wechselunterricht verschiedene Gedichte thematisiert und typische Formen wie Haiku, Elfchen und Akrostichon herausgearbeitet. Um einen nachhaltigen Lerneffekt zu erzielen, wandten die Schülerinnen und Schüler die entdeckten Merkmale selbstständig an. So wurden zugleich ihre Erfahrungen, Bedenken und Anschauungen der letzten Wochen und Monate ausgeschmückt. Entstanden sind zeitgemäße kreative Gedichte, die auch optisch ansprechend gestaltet wurden.